Seminarfach - ein Fach, völlig neu ... ... um studierfähig zu werden!

Seminarfach

Das Seminarfach in der Gymnasialen Oberstufe in Niedersachsen schafft neue methodische und didaktische Möglichkeiten, die in diesem Maße bisher nicht in den klassischen Schulfächern genutzt werden konnten. Für die Schüler/innen besitzt das Seminarfach eine Brückenfunktion zwischen Gymnasium und Universität bzw. Fachhochschule, da grundlegende Arbeits- und Präsentations-Techniken für ein späteres Studium im Seminarfach hohe Berücksichtigung finden können.

Facharbeit
Die Facharbeit ist ein fester Bestandteil des Seminarfaches und von besonderer Bedeutung in der zweijährigen Schulzeit in der Qualifikationsphase. Sie ermöglicht eine vertiefende Beschäftigung mit einem wissenschaftlichen Thema aus dem inhaltlichen Bereich des Seminarfaches und kann ein Modell für spätere wissenschaftliche Publikationen sein. Schüler/innen können hierbei auch erfahren, ob die wissenschaftliche Arbeit für sie zukunftsgestaltend sein kann. Um dieses Instrument sinnvoll und auf angemessenem Niveau einsetzen zu können, sind einige Hinweise zu beachten; – aber auch über Erfahrungen ist nachzudenken.

Das Seminarfach führt in verschiedene Methoden und Arbeitsformen ein. Zur Förderung der Wissenschaftspropädeutik wird an der St. Ursula-Schule Hannover im 2. Schulhalbjahr der Qualifikationsphase eine Facharbeit geschrieben. Schriftliche Leistungsfeststellungen werden neben der Facharbeit durch andere Formen wie Projekte, naturwissenschaftliche Experimente und deren Auswertung, Präsentationen oder Hausarbeiten erbracht. Das Seminarfach dient der Verbesserung der Studier-Fähigkeit durch die gezielte Hinführung zu selbstständigem Lernen und wissenschaftspropädeutischem Arbeiten. Es zielt auf die umfassende Vermittlung aller dazu erforderlichen Kompetenzen. 

Besondere Ziele

  • forschendes und entdeckendes Lernen und Experimentiere
  • Lernen an und in komplexen Zusammenhängen
  • Lernen in interdisziplinären Zusammenhängen
  • Lernen am außerschulischen Ort oder unter Einbeziehung außerschulischer Institutionen (z.B. Betriebe, Hochschulen)
  • handlungsorientierte Lernen
  • selbst bestimmtes, in Teilen selbst verantwortliches Lernen

Die Facharbeit stellt im 2. Schulhalbjahr die schriftliche Leistungsüberprüfung dar und geht mit einem Anteil von 50% in die Gesamtbewertung ein. Grundlage der Bewertung der Facharbeit sind deren formale Anlage, die methodische Durchführung sowie die inhaltliche Bewältigung des Themas und die Präsentation.

Im Seminarfach treten an die Stelle von Klausuren gleichwertige Feststellungen von Schülerleistungen. Diese anderen Leistungsnachweise müssen mit den allgemeinen Anforderungen an eine Klausur vergleichbar sein.

Organisationsform an der St. Ursula-Schule Hannover

Das Seminarfach wird fächerübergreifend angeboten und organisiert. Im Vordergrund steht dabei die Anwahl des Seminarfachs nach Schülerinteresse und -neigung. Das übergreifende Thema ist grundsätzlich fächerunabhängig und kann von Schulhalbjahr zu Schulhalbjahr im Rahmen der gewählten Schwerpunkte wechseln, bleibt in der Regel aber während der Qualifikationphase unverändert. Die Schüleranwahl gilt für die gesamte Qualifikationsphase.

Aus den Verordnungen

Im Seminarfach wird von jeder Schülerin oder jedem Schüler in einem der Schulhalbjahre  eine Facharbeit geschrieben. Die Facharbeit gibt den Schülerinnen und Schülern exemplarisch Gelegenheit zur vertieften selbstständigen und wissenschaftspropädeutischen Arbeit. Sie bezieht sich auf den Unterrichtsgegenstand des Schulhalbjahres und soll den Rahmen von 15 Textseiten in Maschinenschrift nicht überschreiten. Die Schülerin oder der Schüler hat durch Unterschrift am Ende der Facharbeit zu versichern, dass sie oder er diese selbstständig angefertigt, keine anderen als die angegebenen Hilfsmittel benutzt und die Stellen der Facharbeit, die im Wortlaut oder im wesentlichen Inhalt anderen Werken entnommen wurden, mit genauer Quellenangabe kenntlich gemacht hat. Die Facharbeit kann als Einzel- oder Gruppenarbeit angefertigt werden, wobei im Falle der Gruppenarbeit die Einzelleistung der Schülerin oder des Schülers klar ersichtlich sein muss. Das Thema der Facharbeit wird von der Kursleiterin oder dem Kursleiter gestellt; die Facharbeit wird von ihr oder von ihm bewertet, stellt die schriftliche Leistungsüberprüfung in dem Schulhalbjahr dar und geht mit einem Anteil von 50% in die Gesamtbewertung des Schulhalbjahres ein.

Unter den 36 Schulhalbjahresergebnissen einzelner Fächer, die in die Gesamtqualifikation einzubringen sind, müssen sich die Ergebnisse des Seminarfaches aus zwei aufeinanderfolgenden Schulhalbjahren befinden, darunter das Ergebnis des Schulhalbjahres, in dem die Facharbeit geschrieben worden ist. Thema und Ergebnis der Facharbeit sind unter Bemerkungen im Abiturzeugnis einzutragen. Hiermit erhalten Seminarfach und Facharbeit eine besondere Rolle im niedersächsischen Abitur.